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Scrum-Seminar und Lego-Bauen

Ich durfte heute ein Seminar zur agilen Methode Scrum mitmachen.
Diese Methode wird heute sehr gerne im agilen Umfeld im IT-Bereich eingesetzt.
Man verspricht sich dabei eine Steigerung der Arbeitsergebnisse.

Beim klassischen Wasserfallmodell, gab es eine Aufgabenbeschreibung, hat das Pflichtenheft
erstellt, getestet und dann das fertige Produkt abgeliefert.
Dabei gab es keine Anpassungen mehr, der Kunde bekam nach langer Zeit ein Ergebnis.
Ob es dem Ergebnis entspricht, wußte man erst am Ende.

Scrum macht das anders, es gibt kleine Aufgaben in sog. Sprints. Dabei gibt es auch eine Aufgabe,
es wird getestet und dann etwas abgeliefert. Das geht aber in vielen kleinen Schritten. Der Kunde sieht
zwischendurch, wie das Produkt wächst, sieht Zwischenergebnisse und kann dann noch Wünsche und
Anpassungen anfordern. So ein Sprint dauert i.d.R. rund 2 Wochen.
Sollte eine Anforderung falsch interpretiert worden sein oder die Marktlage hat sich gerade rapide geändert,
wären nur die Zeit für einen Sprint verloren und nicht die komplette Entwicklungszeit.

Beim Seminar haben wir das anhand einer kleinen Stadt, gebaut aus Lego-Steinen nachgespielt.
Die Seminarleiterin war die Bürgermeisterin und wollte eine zukunftsfähige Stadt mit Krankenhaus, Polizei, Straßen,
Fluß, Park, vielen Wohnhäusern, Schulen, etc. haben.
Sie erstellte diverse Sprints, in denen diese Anforderungen aufgeschrieben waren.
Die ProduktOwner nahmen sich mehrere Tasks und nahmen diese zum Entwicklungsteam mit. Dort war der Sprintmaster
mit den Baumeistern (Entwicklerteam) und koordinierte die Sprints.
Die Baumeister nahmen sich eine Aufgabe und bauten Krankenhaus, Wohnhaus, Feuerwehr, etc.
Die Ergebnisse wurden nach der ersten Sprintzeit auf einem separatem Tisch präsentiert.
Nun kam der Auftraggeber (Bürgermeistern -> Schulungsleiterin), die das Ergebnis begutachtete. Vieles gefiel, manches
mußte aber angepaßt werden, z. b. war ein zusätzlicher Landeplatz für einen Rettungshubschrauber gefordert worden.
Das konnte der ProduktOwner allerdings ausreden, so mußten nur kleine Anpassungen am Design und an der Wahrnehmung
der Objekte, sowie Qualitätsmängel angepaßt werden.
Das Team ging zurück, besprach die Arbeiten und baute die entsprechenden Objekte um.
Das ging insgesamt 3 Runden und es stand wirklich eine kleine Stadt da:
Krankenhaus, Feuerwehr, Straße mit Brücke, Fluß, Schwimmbad, Park, Schulungszentrum, etc.

Das Ganze zwar sehr spannend und alle machten mit, aber auf Grund des Zeitdruckes, auch sehr stressig.

Das Ergebnis war für die kurze Zeit schon erstaunlich interessant. Allerdings muß man bedenken, daß es auf Grund
von Steinemangel (das kennte jeder Baumeister selber gut) und auf Grund der kurzen Zeit, nur Gebäude mit einer
gewissen Wahrnehmung möglich waren.

Interessant war: Alle machten mit Laune mit und alle wollten eher Baumeister, als Manager sein.